Pflege und Wartung von Weidenprodukten

So habt Ihr lange Spaß an Euren Weiden:

Wichtige Hinweise für die Pflege von Weidenprodukten

Streichen mit Weidenfarbe

Deine Spielhäuser sind täglich Sonne, Regen, Schnee, Schmutz und mechanischer Belastung ausgesetzt. Damit die Weide lange schön und geschmeidig bleibt, behandelst Du sie am besten mit unserer speziellen Weidenfarbe – mindestens einmal pro Jahr, idealerweise im Herbst.

Alternativ kannst Du auch andere Anstriche verwenden, zum Beispiel:

  • Kreidezeit Standölfarbe Zwischenanstrich
    Art. D1102 (orange) und D1111 (dunkelbraun) im Verhältnis 1:1 gemischt.
    Ergibt einen matten, gut deckenden Anstrich (www.kreidezeit.de).
  • AURO Holzlasur Aqua 160-97
    Diese Lasur ist leicht glänzend und nur dezent pigmentiert (erhältlich über www.auro-online.de).

Schutz vor Bodenfeuchte

Das Iglu, die Weidenmuschel, der Tunnel und das Tipi Anuk sind auf einem stabilen Stahlgestell geflochten. Das sorgt nicht nur für Stabilität, sondern schützt auch die Weide.

Die Stahlstreben ragen etwa 10 cm heraus. Wenn Du sie nur so tief in den Boden drückst, dass die Weiden keinen direkten Bodenkontakt haben, schützt Du sie zuverlässig vor Bodenfeuchte.

Die Weiden schlagen übrigens nicht aus, da sie vor der Verarbeitung getrocknet und gekocht wurden.


Pflege von Schlafkörben und Artikeln aus geschälter Weide

Reinigung von Korbwaren

Bei leichter Verschmutzung reinigst Du Korbwaren aus geschälter Weide mit:

  • Leitungswasser
  • Salzwasser
  • oder milder Seifenlauge

Bei stärkeren Verschmutzungen verwendest Du am besten eine Ammoniaklösung:
Mische dafür 100 ml einer zehnprozentigen Ammoniaklösung mit 8 Litern Wasser.

Die Korbwaren bearbeitest Du mit einer Scheuerbürste und der jeweiligen Reinigungslösung. Anschließend spülst Du sie gründlich ab und reibst sie sorgfältig trocken.


Geschmeidigkeit erhalten

  • Reibe die Weide gelegentlich mit Zitronenöl ein, um ein Austrocknen zu verhindern.
  • Lagere Weidenkörbe im Winter nicht in völlig trockenen Räumen. Weide braucht etwas Feuchtigkeit, damit sie geschmeidig bleibt.

Sind die Naturfasern zu trocken, können Körbe anfangen zu knarren. Oft genügt einfaches Abwaschen. Sollte das nicht helfen, reibst Du die knarrenden Stellen mit Paraffin oder Vaseline ein.


Deine Pflichten als Kita-Leitung – Prüfung und Dokumentation

Mit jeder Weidenhütte erhältst Du Betreiberunterlagen, eine Aufbauanleitung und ein Wartungsprotokoll. In den Betreiberunterlagen steht detailliert was und in welchem zeitlichen Abstand überprüft und gewartet werden muss. Ein normkonformes Spielgerät zu kaufen, ist der erste Schritt. Aber damit endet Deine Verantwortung nicht.

Teil 7 der DIN EN 1176 regelt, wie Spielgeräte geprüft und gewartet werden müssen.

Der Grund: Verschleiß, Witterung und die tägliche Beanspruchung durch dutzende Kinder hinterlassen Spuren.

Die vorgeschriebenen Prüfungen stellen sicher, dass die Geräte auch nach Jahren noch sicher sind.


Die drei Prüfebenen

1. Visuelle Routine-Inspektion (täglich bis wöchentlich)

Diese Kontrolle kannst Du selbst oder gemeinsam mit Deinem Team durchführen.

Es geht um offensichtliche Gefahren:

  • Ist etwas kaputt?
  • Liegen Hindernisse im Fallschutzbereich?
  • Sind alle Teile/Kabelbinder fest?

In einer Kita sollte diese Sichtkontrolle täglich stattfinden – mindestens aber wöchentlich.


2. Operative Inspektion (alle 1–3 Monate)

Hier prüft Ihr Verschleiß und Stabilität genauer:

  • Schweißnähte auf Risse oder Korrosion überprüfen
  • Sind Löcher im Geflecht ab einer Höhe von 60 cm?

Diese Prüfung sollte jemand durchführen, der dafür geschult ist – zum Beispiel ein Hausmeister mit entsprechender Fortbildung oder ein externer Dienstleister.


3. Jährliche Hauptinspektion

Einmal im Jahr prüft ein qualifizierter Sachverständiger den gesamten Spielplatz:

  • Konstruktion – Stahlteile auf Verschleiß und Oberfläche überprüfen (Rissbildung Korrosion)
  • Weiden bei eventuellen Bodenkontakt speziell auf Fäulnis im Bodenbereich prüfen
  • Verschleiß
  • Sicherheitsabstände
  • Fallschutz

Der Prüfer muss nach DIN 79161 zertifiziert sein und erstellt einen Bericht mit allen festgestellten Mängeln.


Dokumentation ist Pflicht

Alle Prüfungen müssen dokumentiert werden.

Das ist keine Empfehlung – es ist Pflicht.

Die Dokumentation dient Dir als Nachweis, dass Du Deiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen bist.

Das solltest Du festhalten:

  • Datum und Art der Inspektion
  • Wer geprüft hat
  • Festgestellte Mängel
  • Durchgeführte Maßnahmen

Bewahre diese Unterlagen mindestens fünf Jahre auf.
Im Falle eines Unfalls kannst Du so nachweisen, dass Du alles getan hast, um die Sicherheit zu gewährleisten.


Bei Mängeln: Sofort handeln

Wird ein sicherheitsrelevanter Mangel festgestellt, musst Du das Gerät sofort sperren, bis der Schaden behoben ist.

Eine herausragende Weide lässt sich schnell wieder einflechten.
Ein hineingetretenes Loch, ein defekter Kabelbinder oder ein gelöster Bodenanker erfordern die sofortige Sperrung.

Auch hier gilt: Dokumentiere genau,

  • wann der Mangel festgestellt wurde
  • wann das Gerät gesperrt wurde
  • wann die Reparatur erfolgt ist

So bist Du rechtlich auf der sicheren Seite – und sorgst gleichzeitig für maximale Sicherheit der Kinder.